Die Themen für den Bundeswettbewerb 2026

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Zu einem der vier Zitate war ein Essay zu schreiben:


1.
Ich habe nie geglaubt, dass der Mensch frei ist, wenn er tun darf, was er will; er ist es, wenn er nicht tun muss, was er nicht will.

Jean-Jacques Rousseau: Träumereien eines einsamen Spaziergängers, in: Reclams Universal-Bibliothek Nr. 18244, S.114


2.
Die Person, die alle liebt und überall zu Hause ist, ist der wahre Hasser der Menschheit. Sie erwartet nichts vom Menschen, also kann keine Form der Verderbtheit sie entrüsten.

Ayn Rand: Der ewige Quell, Zürich 1946, S. 461


3.
Es wundert wenig, dass nicht nur die Moral zu einem Machtfaktor wurde, sondern dass Machtfragen, zumindest auf der symbolischen Ebene, durch ihre Moralisierung entschieden werden. Für die Demokratie ist diese Moralisierung politischer Belange jedoch ein Verhängnis.

Konrad Paul Liessmann: Mächtige Moral. In: Lauter Lügen, Wien 2023, S. 216


4.
Es gibt auf der Welt Dinge, die man weiß und Dinge, die man nicht weiß, die man aber dafür glaubt. Erstere sind Teil der Wissenschaft [...], zweitere der Religion [...]. Schließlich gibt es Dinge, die man nicht weiß und nicht glaubt, wie das Sein zum Beispiel, über die man diskutiert und streitet seit den Zeiten von Parmenides und die eben die Philosophie ausmachen.

Luciano De Crescenzo: Storia della filosofia. Greca – Medioevale – Moderna. Milano, Mondadori 2017, S. 448


Die Themen für den Landeswettbewerb 2025/26

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Zu einem der vier Zitate ist ein Essay zu schreiben:

1.
Wie? Ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff des Menschen?

Friedrich Nietzsche: Götzendämmerung, Sprüche und Pfeile Nr. 7


2.
Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.

Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Band 1, Bern 1957, S. 359


3.
Milliarden Menschen widmen alle ihre Kräfte einer Erweiterung unserer Möglichkeiten, während nur Philosophie fragt, was wir mit diesen anfangen sollen.

Jan Sokol: Philosophie ist heute unverzichtbar. In: Philosophischer Wegweiser, S. 188. Herausgeber Lukas Trabert, Alber Verlag 2010


4.
Ist es moralisch zulässig, Hilfsbedürftige abzuweisen, weil wir fürchten, dass ihre Anwesenheit unsere Kultur und Lebensweise verändern würde? Ist die Bewahrung der Kultur ein hinreichender Grund? Ist es moralisch zulässig, Asylsuchende abzuweisen, wenn unser Lebensstandard aufgrund ihrer großen Anzahl sinken würde? In welchem Maß muss der Lebensstandard sinken, damit dies als moralisch zulässiger Grund dafür angesehen werden kann, die Grenzen für Verfolgte, Hilfsbedürftige und Unterdrückte zu schließen?

Seyla Benhabib: Die Rechte der Anderen. Suhrkamp, Berlin 2017, S. 45


Die Themen für die Landeswettbewerbe NÖ, Tirol und Vorarlberg


Die Bundesländer Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg haben sich im Schuljahr 2025/26 wiederum entschlossen, einen zusätzlichen Bewerb zu veranstalten. Die Schüler:innen dieser Bundesländer haben im Zuge einer Veranstaltung einen weiteren Essay geschrieben und dafür eigene Themen bekommen.

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