Die Themen für den Bundeswettbewerb 2022

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Zu einem der vier Zitate war ein Essay zu schreiben:


1.
Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der „Gerechtigkeit“, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die „Freiheit“ zum Privilegium wird. Rosa Luxemburg: Die russische Revolution. Eine kritische Würdigung, Berlin 1920

Rosa Luxemburg: Die russische Revolution. Eine kritische Würdigung, Berlin 1920


2.
Aus dem Begriff „Welt“ ergibt sich ganz wie von selbst der Begriff des „Grundes“, und das ist, wenn Sie so wollen, der logische Tarnname für das, was mit Gott gemeint ist. Das will sagen, es muss einen Urgrund oder einen Urzufall oder irgendetwas anderes Anfängliches geben. Peter Sloterdijk: Früher hat man gebetet, heute hat man eben das Handy. Interview im Philosophie Magazin, Heft 55, November 2020

Peter Sloterdijk: Früher hat man gebetet, heute hat man eben das Handy. Interview im Philosophie Magazin, Heft 55, November 2020


3.
Ein philosophisches Problem hat die Form: „Ich kenne mich nicht aus.“

Ludwig Wittgenstein: §123, Philosophische Untersuchungen. Frankfurt am Main 1960, S. 345


4.
Je mehr ich hoffe, je mehr ich besorgt bin um eine mir eigene Wahrheit, um eine Art, zu sein oder zu schaffen, je mehr ich schließlich mein Leben ordne und dadurch beweise, daß ich ihm einen Sinn unterstelle, um so mehr Schranken schaffe ich mir, zwischen denen ich mein Leben einzwänge.

Albert Camus: Der Mythos des Sisyphos. Reinbek bei Hamburg 2000, S. 77


Die Themen für den Landeswettbewerb 2021/22

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Zu einem der vier Zitate war ein Essay zu schreiben:


1.
Massakrierte Bäume. Häuser erheben sich. Schnauzen, Fratzen überall. Der Mensch wuchert. Der Mensch ist der Krebs der Erde.

Emil M. Cioran: Vom Nachteil geboren zu sein. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1979, S.136


2.
Die Wissenschaft führt an der Wirklichkeit des Lebens, mit all seinen Farben, all seiner Fülle, seiner widerspruchsvollen Mannigfaltigkeit, völlig vorbei, – sie erhascht von alledem nur eine ganz blasse, dünne Silhouette. Je reiner, je strenger und sicherer ihre Erkenntnismethoden sind, desto bewußter und größer dann auch ihr Verzicht auf das volle, das wirkliche Erfassen selbst des kleinsten Lebensstückchens.

Lou Andreas-Salomé: Fenitschka. Eine Ausschweifung, 1898


3.
Hass durchflutet die westlichen Demokratien, schwappt aus dem „Netz“ und verändert den Blick auf soziale Realitäten. Hass treibt die politischen Akteure an und vor sich her. Niemand weiß heute, ob dies der Anfang vom Ende des liberalen Rechtsstaates ist. Sicher scheint allerdings, dass man sich ausführlicher mit den Erscheinungsformen des in Massengesellschaften grassierenden Hasses beschäftigen sollte. Denn in ihm wird eine Konstante der menschlichen Natur sichtbar, ohne dessen Zähmung kein Gesellschaftsleben denkbar ist.

Peter Strasser: Des Teufels Party. Geht die Epoche des Menschen zu Ende? Wien: Sonderzahl, 2020, S. 27


4.
Schönheit ist keine Eigenschaft, die den Dingen an ihnen selbst zukommt; sie existiert lediglich im Geiste dessen, der die Dinge betrachtet.

David Hume: Vom schwachen Trost der Philosophie. Essays, Göttingen: Steidl, 1990, S. 78


Die Themen für den Landeswettbewerb Niederösterreich

Die Bundesländer Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg hatten in den letzen Jahren einen zusätzlichen Bewerb veranstaltet. In diesem Schuljahr, bedingt durch die Covid-19 Pandemie, hat nur NÖ einen Online-Wettbewerb veranstaltet. Die SchülerInnen haben einen weiteren Essay geschrieben und dafür eigene Themen bekommen.

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