Die Themen für den Landeswettbewerb 2021/22

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Zu einem der vier Zitate ist ein Essay zu schreiben:


1.
Massakrierte Bäume. Häuser erheben sich. Schnauzen, Fratzen überall. Der Mensch wuchert. Der Mensch ist der Krebs der Erde.

Emil M. Cioran: Vom Nachteil geboren zu sein. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1979, S.136


2.
Die Wissenschaft führt an der Wirklichkeit des Lebens, mit all seinen Farben, all seiner Fülle, seiner widerspruchsvollen Mannigfaltigkeit, völlig vorbei, – sie erhascht von alledem nur eine ganz blasse, dünne Silhouette. Je reiner, je strenger und sicherer ihre Erkenntnismethoden sind, desto bewußter und größer dann auch ihr Verzicht auf das volle, das wirkliche Erfassen selbst des kleinsten Lebensstückchens.

Lou Andreas-Salomé: Fenitschka. Eine Ausschweifung, 1898


3.
Hass durchflutet die westlichen Demokratien, schwappt aus dem „Netz“ und verändert den Blick auf soziale Realitäten. Hass treibt die politischen Akteure an und vor sich her. Niemand weiß heute, ob dies der Anfang vom Ende des liberalen Rechtsstaates ist. Sicher scheint allerdings, dass man sich ausführlicher mit den Erscheinungsformen des in Massengesellschaften grassierenden Hasses beschäftigen sollte. Denn in ihm wird eine Konstante der menschlichen Natur sichtbar, ohne dessen Zähmung kein Gesellschaftsleben denkbar ist.

Peter Strasser: Des Teufels Party. Geht die Epoche des Menschen zu Ende? Wien: Sonderzahl, 2020, S. 27


4.
Schönheit ist keine Eigenschaft, die den Dingen an ihnen selbst zukommt; sie existiert lediglich im Geiste dessen, der die Dinge betrachtet.

David Hume: Vom schwachen Trost der Philosophie. Essays, Göttingen: Steidl, 1990, S. 78